Die Typ I Allergie - auch Sofort Typ Allergie genannt - haben wir bei Deiner Blutuntersuchung nicht getestet. Und das aus gutem Grund. Die meisten Menschen kennen die Nahrungsmittel, auf die sie sofort reagieren…..natürlich, weil sie darauf (fast) sofort reagieren!

 

Es ist trotzdem sinnvoll den Unterschied zwischen einer Sofort Typ Allergie (Typ I) und einer Verzögerten Allegie (Typ III) zu verstehen, weshalb wir Dir in diesem Kapitel einen kurze Beschreibung der Typ I Allergie zusammengestellt haben.

Was ist eine Typ I Allergie?

Eine Typ I Allergie auf Nahrungsmittel ist durch eine innerhalb von Sekunden bis Minuten auftretende Immunreaktion auf ein bestimmtes Nahrungsmittel (Allergen), welches Du gegessen hast,  gekennzeichnet – das heisst „sofort“. Dabei werden IgE-Antikörper gebildet und es kommt zu einer Ausschüttung von Entzündungsbotenstoffen, welche typische allergische Symptome auslösen, die in schweren Fällen sogar zu einem sogenannten anaphylaktischen Schock führen können und im schlimmsten Fall tödlich enden.

Wer kann eine Typ I Allergie entwickeln?

Antwort: Jeder. Vom Säuglingsalter bis ins hohe Alter können Sofort-Allergien auftreten. Nach aktuellen Zahlen kommen Nahrungsmittelallergien vom Sofort-Typ bei ca. 5% der Erwachsenen in Deutschland vor. Sie sind damit nach Heuschnupfen (ca. 15%) und allergischem Asthma (ca. 9%) die drittgrößte Gruppe an Sofort-Allergien.

Wie kann es zu einer Sofort-Typ Allergie kommen?

Nach Erstkontakt mit einem Allergen (einem bestimmten Nahrungsmittel) werden IgE-Antikörper gegen das Allergen produziert. Dies verläuft in der Regel symptomlos. Dieser Schritt wird als Sensibilisierung bezeichnet. Kommt es zu einem erneuten Allergenkontakt, führen die IgE-Antikörper zur massiven Ausschüttung verschiedener Entzün- dungsbotenstoffe. Diese Reaktion führt innerhalb weniger Sekunden bis zu 20-30 Minuten zu allergischen Symptomen.

Was kann passieren, wenn man eine Sofort-Typ Allergie hat?

Je nachdem, welches Gewebe betroffen ist, kann das ganz unterschiedlich sein. Hier findest Du eine Übersicht mit möglichen Symptomen, die einzeln oder in Kombination auftreten können:

Typ I Allergie

Hier kann es wirklich, je nach individueller Reaktionsbereitschaft, in schweren Fällen zu sehr starken Reaktionen kommen, die bis hin zu einem anaphylatischen Schock reichen und damit lebensbedrohlich sind.

Wie stellt man eine Typ I Allergie fest?

Um eine Typ I Allergie festzustellen gibt es mehere Möglichkeiten, von denen Du einige sicherlich kennst oder schon mal gehört hast.

Prick-Test:

Bei einem Prick-Test wird die Hautoberfläche an der Innenseite des Unterarms leicht eingeritzt und es werden dort verschiedene Nahrungsmittellösungen aufgebracht. Bilden sich innerhalb von 20 Minuten Rötungen oder Quaddeln an den spezifischen Hautstellen, so lässt sich der Auslöser der allergischen Reaktion dem jeweiligen Nahrungsmittel zuordnen.

Läppchen-Test (Epikutan-Test):

Hierbei werden Testpflaster, die mit verschiedenene Nahrungsmittellösungen getränkt sind,  auf dem Rücken aufgebracht. Entstehen unter dem Testpflaster in den folgenden 1-3 Tagen Rötungen oder Schwellungen, so lässt sich der Auslöser der allergischen Reaktion dem jeweiligen Nahrungsmittel zuordnen.

Eliminations- oder Suchdiät:

Die Eliminiations- oder Suchdiät benötigt etwas Zeit. Für 5-14 Tage wird auf ein bestimmtes Nahrungsmittel gezielt verzichtet. Wenn sich durch den Verzicht ergebt, dass die Reaktionen verschwinden oder verbessern, und verschlimmern sich die Reaktionen nach dem erneuten Verzehr wieder zeigen, so gilt das Nahrungsmittel als verdächtig, das heißt es ist ein möglicher Auslöser der Allergie.

Bluttest auf IgE-Antikörper:

Hier wird eine Blutprobe auf das Vorkommen von IgE-Antikörpern gegen spezifische Nahrungsmittel untersucht.

Im Anschluß wird häufig nach dem Haut- oder Bluttest ein Provokationstest durchgeführt. Das Nahrungsmittel, gegen welches IgE-Antikörper vorliegen oder dessen Lösung auf der Haut eine Reaktion ausgelöst hat, wird gegessen und überprüft, ob eine allergische Reaktion auftritt.

Was sollte man tun, wenn man diesen Allergie Typ I hat?

Das kann ganz unterschiedlich sein und sollte unbedingt mit einem erfahrenen Therapeuten abgesprochen werden. Hier sind nur ein paar allgemeine Hinweise, um Dir das Thema näher zu bringen.

Prophylaxe:

Striktes Vermeiden der allergenen Nahrungsmittel ist meist lebenslang notwendig, um eine allergische Reaktion zu verhindern. Schon geringe Spuren des Nahrungsmittels können eine Immunreaktion auslösen. Aus diesem Grund sind inzwischen die 14 häufigsten allergieauslösenden Nahrungsmittel oder Nahrungsbestandteile kennzeichnungspflichtig auf verpackten Materialien und auf Restaurant-Speisekarten. Dazu zählen: Glutenhaltige Getreide, Krebstiere, Eier, Fische, Erdnüsse, Sojabohnen, Milch, Schalenfrüchte (Nüsse), Sellerie, Senf, Sesamsamen, Schwefeldioxid, Lupine, Weichtiere – und alle aus ihnen hergestellten Produkte.

Hyposensibilisierung:

Dabei wird der Körper zunächst sehr kleinen und dann immer weiter ansteigenden Mengen des allergenen Nahrungsmittels ausgesetzt. Ziel ist es, das das Immunsystem allmählich eine Toleranz gegen das Allergen entwickelt.

Akuttherapie:

Bei einer allergischen Sofort-Reaktion ist eine medikamentöse Behandlung notwendig. Dieses können Antiallergika (Antihistaminika, Mastzellstabilisatoren, Glukokorticoide) sein, die als Tabletten, Augentropfen, Nasensprays oder Inhalationspräparate verfügbar sind. Hier ist es erforderlich mit einem Therapeuten die Behandlung unbedingt zu besprechen.