Einfach für eine Weile nichts mehr essen. Für viele eine unglaubliche Vorstellung, für einige eine gute Methode, um den Körper zu entlasten und ihm die Chance zur Regeneration zu geben.

Was ist Heilfasten, welche Ziele verfolgt man und wie funktioniert es?

Beim Heilfasten verzichtet man freiwillig für einen gewissen Zeitraum auf feste Nahrung. Es gibt viele unterschiedliche Fastenkuren und je nach Art der Fastenkur sind Kräutertees, Wasser, Gemüsebrühe und Säfte erlaubt. Als Ziel des Heilfastens geht es in erster Linie um die Regeneration, Reinigung und Entlastung des Körpers und nicht um den Gewichtsverlust.

Dem Fasten werden mittlerweile lindernde Wirkungen bei einer ganzen Menge von Krankheiten zugesprochen, deshalb auch der Name „Heilfasten“. Vielleicht hast Du ein Haustier und hast schon einmal beobachtet, dass Dein Tier, wenn es ihm nicht gut geht, als erstes auf feste Nahrung verzichtet. Das hat der Körper ganz clever so eingerichtet. Denn ohne feste Nahrung muss der Organismus keine Energie für die Verdauung zur Verfügung stellen, sondern kann die ganze Energie in die Bekämpfung der Krankheit und die Heilung stecken. So ähnlich funktioniert das auch bei uns Menschen.

Wenn Du fastest, gelingt es Deinem Körper seine Energie aus den Nahrungsdepots zu gewinnen. Wir können also ohne feste Nahrung leben, da der Körper physiologisch in der Lage ist, sich aus eigenen Reserven zu ernähren.

Durch das Fasten wird nicht nur unser Körper gereinigt, sondern Fasten kann auch Einfluss auf Deine Psyche haben. Viele fühlen sich beim Fasten sehr viel klarer im Kopf und erfahren eine Stimmungsaufhellung, die auch nach dem Fasten anhalten kann.

Nach einer Fastenkur sollte der Körper ganz langsam wieder an feste Nahrung gewöhnt werden. Das traditionelle sogenannte „Fastenbrechen“ wird häufig mit einem Apfel zelebriert – hier musst Du natürlich sehen, was Dein Bluttest dazu sagt, solltest Du in Erwägung ziehen, das Heilfasten einmal auszuprobieren.

Verschiedene Fastenkuren

Es gibt eine Fülle an verschiedenen Fastenkuren, sei es nach Dr. Buchinger, Franz-Xaver Mayr, Hildegard von Bingen, Schrothkur oder Rudolf Breuß – um hier nur einige zu nennen.

Grundsätzlich läuft das Heilfasten mehr oder weniger nach dem gleichen Muster ab, hat aber je nachdem nach welcher Methode man fasten möchte, einige Unterschiede.

Beim Buchinger Fasten beginnt man beispielsweise vor dem eigentlichen Fasten mit 2-3 Entlastungstagen, an denen man eine leichte Kost (Reis, Haferflocken, Gemüse oder Obst) in einer bestimmten Menge zu sich nimmt. Der erste Fastentag startet dann mit einer Darmreinigung (mit Glauber- oder Bittersalz oder Abführtee oder -tropfen). Danach folgt eine Anzahl von Tagen, in denen keine feste Nahrung, aber Gemüsebrühe, Säfte, Kräutertee und Wasser zu sich genommen werden kann. Nach dem Fastenbrechen folgen einige Aufbautage ebenfalls eher mit leichter Kost, um die Verdauung langsam wieder anzuregen. Andere Fasten-Kuren haben andere Schwerpunkte.

Begleitende Maßnahmen

Es geht nicht nur darum, keine feste Nahrung zu sich zu nehmen, sondern das Fasten auch noch durch einige Maßnahmen zu unterstützen.

  • Bewegung an der frischen Luft
  • Moderater Sport
  • Da der Körper häufig über die Haut entgiftet, sind Saunabesuche oder Bürstenmassagen eine unterstützende Methode.
  • Unser Hauptorgan der Entgiftung ist die Leber. Du kannst Deine Leber unterstützen, indem Du Leberwickel machst. Das klingt jetzt vielleicht etwas alternativ, ist aber eine einfache Methode, um Deinen Körper zu unterstützen. Umwickle eine Wärmflasche mit einem feuchten Handtuch und lege sie auf die Leber (die Leber liegt rechts ungefähr unter den unteren Rippen). Nach 10-15 Minuten nimmst Du die Wärmflasche wieder weg. Auf diese Weise unterstützt Du die Entgiftungsarbeit der Leber und regst sie an, den „Müll“ besser abzutransportieren.
  • Sorge für ausreichend Ruhephasen und Schlaf (7-8 Stunden dürfen es gern sein)

Worauf man unbedingt achten sollte

Ganz wichtig ist sich ausreichend zu informieren oder beraten zu lassen, da das Fasten nicht für jeden geeignet ist und man auf einige Dinge achten sollte. Ohne medizinische Beratung sollte man nicht länger als eine Woche fasten.

Wer Medikamente nimmt, eine chronische Krankheit hat, stark übergewichtig ist oder an Essstörungen oder Depressionen leidet sollte unbedingt nur unter ärztlicher Aufsicht fasten.

In den ersten Tagen kann es beim Fasten zu Schwindel und Kopfschmerzen kommen. Es kann auch sein, dass man mehr friert, deshalb ist Fasten in Sommermonaten zu empfehlen. Möglicherweise ist man etwas müder als sonst, deshalb sollte man die Fastenzeit nicht unbedingt in eine angespannte und stressige Zeit legen, sondern sich ein wenig Zeit nehmen. Das sind aber alles nur Begleiterscheinungen, die auftreten können aber nicht müssen.

FAZIT

Heilfasten kann den Körper reinigen und regenerieren und es kann ein guter Einstieg in eine langfristige Ernährungsumstellung sein. Und natürlich kannst Du durch das Heilfasten auch Gewicht verlieren.